Die SD1 Merrill, endlich Klarheit

Die SD1 Merrill, endlich Klarheit

Sigma SD1, warum kauft man sich einen Aussenseiter? Aus der Analogfotografie kommend, dort auch mit DIA Projektion befasst, suchte ich in der modernen Fotografie immer die „Klarheit“ der Bilder, die mir zu früheren Zeiten die DIA-Projektion vermittelte. Auf der großen DIA-Leinwand kam immer alles so klar, detailreich und scharf rüber. Dabei muss ich vielleicht erwähnen das ich seinerzeit Contax System und Zeiss-Optiken verwendete und DIA Filme in der Regel nicht über 64 ASA (ganz selten 100 ASA) hinausgingen.

Wenn ich hier und heute über Kameras „jammere“, dann ist das ein Jammern auf hohem Niveau. Moderne Kameras, egal welcher Marke, sind normalerweise über die meisten Zweifel erhaben, verfügen über unglaublich ausgereifte Technik und selbst hochwertige Systeme sind für Otto Normal erschwinglich geworden. Trotzdem, beim Betrachten der Fotos auf dem Monitor oder Drucken in ähnlicher Größe oder Größer, bleiben Zweifel, die letzte Überzeugungskraft der Fotos fehlt.

Ich habe mir Bilder fast aller modernen Marken angeschaut, ich habe mit dem Olympus 4:3 System experimentiert, mehrere Kameras mein Eignen genannt. Ich Fotografiere auch heute noch mit Sony Kameras, weil sie bedienungstechnisch spitze sind. Aber egal ob Sony, Canon, Nikon oder……..alle nicht genannten mögen das entschuldigen, bei genauem Hinsehen, bleiben Zweifel.

DER WEG

Dann hatte ich die Gelegenheit sehr günstig an eine Sigma SD15 zu kommen. Ich hatte schon viel darüber gelesen, es sollte alles anders werden. Die ersten Bilder mit der SD15 waren ernüchternd, ja sogar enttäuschend. Flau, matschig, unscharf, das war er also, der berühmte Foveon Sensor. Das habe ich natürlich dann zunächst dem „Flaschenboden“, dem Kit-Objektiv Sigma 2,8-4,5/18-50 mm zugeschoben.

sigma_28-45_18-50

Quelle: Sigma

Glücklicherweise bin ich aber jemand der nicht so schnell aufgibt und so wurden die Bilder langsam besser. Die Ausrüstung hatte sich nicht geändert, aber mein Verhalten.

Mit der Zeit fotografierte ich mit der Sigma SD15 wieder wie zu analogen Zeiten, langsamer, bewusster, mit mehr Sorgfalt. Dadurch wurden die Bilder tatsächlich besser, sprich schärfer, klarer. Einen inneren Durchbruch hatte ich dann als ich in meiner Rumpelkammer-Werkstatt einfach ein Foto mit Stativ in den Raum „knipste“. Das war für einen 5 MP Sensor, das fertige Bild entspricht der Auflösung eines 5 MP Sensors, schon überraschend und hatte ich in dieser Klarheit, da wo die Schärfe liegt, so selbst mit der 8MP Olympus nicht hinbekommen.


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Jetzt war ich angefixt und wollte mehr davon. Sicher, die Optik ist immer noch nicht die beste, wenn das aber mit 5 MP und einer „Billigscherbe“ geht………. Hier noch ein Paar Beispiele für die Klarheit der Aufnahmen mit einem Foveon-Sensor mit 5 MP

       
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so langsam kam einiges zurück was ich in der analogen Fotografie immer beherzigt hatte und durch das „Knipsen“ mit meinen Olympussen einfach vergessen hatte. Moderne Kameras machen es einem aber auch unheimlich leicht. Super-Intelligente Automatiken, Anti-Verwacklung Technik, da kann fast nichts schiefgehen, außer das man mit der Zeit den Blick fürs handwerkliche Können verliert und nur noch drauf hält.

Ich verspürte nun aber keine Lust für die Sigma SD15 teure Objektive zu kaufen, zumal ich wusste das es eine Sigma SD1 Merrill gab, von der man sich wahre Wunderdinge in Sachen Auflösung erzählte. Der Gedanke mir eine SD1 zu kaufen war also implantiert…….Inception quasi. Wer den Film kennt, weiß das es einen Auslöser braucht um den implantieren Gedanken frei zu legen.

Diesen Auslöser hatte ich als ich die Bilder eines Kollegen aus seiner DP2 Merrill sah.


Foto bei Flickr – Fotos von Frank Krumbach bei Flickr

Die Auflösung in den feinen Strukturen ist meiner Meinung nach von den so genannten „Bayer Sensoren“, wenn überhaupt, nur im Mittelformat zu erreichen.


SD1 MERRILL

Im März 2014 machte ein großes Versandhaus ein Angebot dem ich nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Dort wurde die Sigma SD1 Merrill mit einem KIT Objektiv Sigma 18-200/3.5-6.3 für ca. 1050 Euro angeboten.

Sigma SD1 Merril und Kitobjektiv Sigma 18-200 mm

Quelle: Sigma

Wenn man bedenkt das Sigma für die Kamera zunächst ca. 8000 Euro später 2000 Euro haben wollte………  Die Zeit der Ausreden war nun vorbei und wenn es wirklich nicht klappt, gibt es ja immer noch das Rückgaberecht dachte ich bei mir.

Man kann es sich sicherlich schon denken, aus der Rückgabe wurde nichts. Die SD1 kommt unglaublich professionell daher, mit einem aufwendigen und recht schweren Magnesium-Gehäuse. Alle Schalter fühlen sich „richtig“ an, da wackelt nicht, klappert nichts. Der Auslöser hat einen Druckpunkt der der Kamera würdig ist, manches mal hatte ich schon auf plasti-elasti Knöpfe gedrückt und mich geschaudert.

Wenn man das Objektiv ansetzt, hat man nicht das Gefühl das hier an falscher Stelle gespart wurde. Es rastet gut spürbar und satt ein, sitzt dann fest wie es sein sollte. Und dann kommt das Auslösegeräusch, leise, satt, beim ersten mal hatte ich schon ein Grinsen im Gesicht muss ich gestehen. Das fühlt sich an wie bei einer Profikamera, so sollte es sein, nicht anders. Die SD1 vermittelt jederzeit das Gefühl, „mit mir muss man fotografieren, nicht knipsen“.

Ja, ich weiß, hört sich alles ein wenig dick an nicht war. Aber genau so ist und es ist auch nach über einem Jahr noch genau so.


DIE BILDER

Schon die Kit-Linse überzeugte mit scharfen, klaren Bildern, die den Vergleich zu Kameras mit 24 MP Chips nicht zu scheuen brauchten.

Sigma SD1 Merril und Kitobjektiv Sigma 18-200 mm
Originalgröße bei Flickr

Sigma SD1 Merril und Kitobjektiv Sigma 18-200 mm
Originalgröße bei Flickr

Sigma SD1 Merril und Kitobjektiv Sigma 18-200 mm
Originalgröße bei Flickr

Eines muss man an dieser Stelle ganz deutlich sagen, mit der SD1 Merrill geht man nicht raus um „draufzuhalten“, eine Bilderflut zu erzeugen. Die Kamera ist in vielen Belangen einfach nicht auf dem technischen Stand der heute möglich ist. Es gibt kein komfortables Klapp-Display, der Autofokus hinkt denen moderner Kameras gnadenlos hinterher, die Bedienung ist nicht immer ganz logisch, sie ist sehr schwer und mit guten Gläsern noch schwerer.

Um die unvergleichlich hohe Auflösung der Details des Foveon Sensors nutzen zu können, gibt es kaum einen Weg am Fotografieren mit Stativ vorbei. Zu guter letzt sollte man in gute „Gläser“ investieren, die SD1 dankt es einem mit einer Schärfeleistung die wirklich unvergleichlich ist. Unterhalb von Vollformat Sensoren muss man da bei anderen Herstellern gar nicht erst mit der Suche beginnen und auch da kommen nur die Besten in Frage.

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